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Laut WHO ist die Depressionserkrankung die wichtigste Volkskrankheit in den Industrienationen

Diagnose der Depression oft schwierig
Die Depression lässt sich nicht so leicht diagnostizieren wie ein Knochenbruch oder Diabetes mellitus. Viele Betroffenen erleben nämlich die Depression nicht als Erkrankung, sondern als persönliches Versagen. Manche Mitmenschen teilen aus Unkenntnis diese Ansicht. Weil jeder bei sich selbst schon depressive Verstimmungen kennen gelernt hat, ist es oft schwer, zwischen alltäglichen Stimmungsschwankungen und depressiven Erkrankungen zu unterscheiden.

Suizidgefahr
Depressive Patienten sind einem höheren Leidensdruck ausgesetzt als die meisten anderen Patienten. Depressionen schränken nämlich in fundamentaler Weise die Lebensqualität ein. Die Betroffenen sind zum Beispiel nicht mehr fähig, Freude zu empfinden. Wie bei keiner anderen Krankheit führt die Schwere des subjektiven Leidens oft dazu, dass die depressiven Menschen ihren Zustand als unerträglich erleben und daran denken, sich das Leben zu nehmen.

Volkswirtschaftlicher Schaden
Die Depression ist eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung. Etwa 15 Prozent der Patienten mit schweren depressiven Störungen nimmt sich das Leben. Die Hälfte der Patienten begeht einen Suizidversuch. Ältere depressiv erkrankte Menschen, die oft bettlägerig und inaktiv sind, können aus Bewegungsmangel an Folge- und Begleitkrankheiten sterben. Die Depression hat auch gravierende volkswirtschaftliche Auswirkungen: So wurden in Deutschland auf Grund depressiver Erkrankungen 1993 elf Millionen Arbeitsausfalltage registriert und 1995 knapp 19 000 Frühberentungen bewilligt.

Hoffnung in Sicht?
Die Entscheidungsträger im Gesundheitswesen nehmen inzwischen das Thema Depression ernster. Dazu beigetragen haben neuere Untersuchungen wie zum Beispiel eine große Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Studie hat ergeben, dass die Depression in den industrialisierten Ländern die wichtigste Volkskrankheit ist. Mit dem Motto "There is no health without mental health" (Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit) zeigt die WHO, dass sie der Bekämpfung der Depression höchste Priorität bei künftigen gesundheitspolitischen Anstrengungen beimisst. Um ein Zeichen zu setzen, hat die WHO das Jahr 2001 zum "Jahr der psychischen Gesundheit" erklärt.

 

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