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Hormone - Der Schlüssel zur Depression?

Frauen sind vor der Menstruation oder nach der Geburt, in Zeiten also, die von Hormonschwankungen begleitet werden, anfälliger für eine Depression. Ob Frauen während der Wechseljahre und danach häufiger an Depressionen erkranken, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Experten wissen auch noch nicht genau, über welchen Mechanismus die weiblichen
Hormone die Stimmung beeinflussen oder eine Depression auslösen. 

Östrogen
Eine wichtige Rolle spielt möglicherweise das Östrogen. Dieses Hormon erhöht die Konzentration von Serotonin und weiteren Botenstoffen des Gehirns, wie etwa Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin. Da ein Mangel an körpereigenem Serotonin Depressionen verursachen kann, ist es denkbar, dass der niedrigere Östrogenspiegel nach der Menopause über eine dadurch verminderte Serotoninwirkung Depressionen hervorruft. Frauen nach der Menopause erhalten daher unter anderem Hormone, um die mögliche Anfälligkeit für eine Depression zu senken.

Das prämenstruelle Syndrom
Beim prämenstruellen Syndrom treten die depressiven Störungen unmittelbar vor der Menstruation auf. Die Anfälligkeit scheint genetisch festgelegt zu sein und wird durch Umwelteinflüsse wie z.B. Stress verstärkt. Nur schwere Fälle des prämenstruellen Syndroms, beispielsweise wenn Frauen mehrere Tage lang nicht ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können, sollten mit Medikamenten behandelt werden.

Die Wochenbettdepression (Postpartale Depression)
Die postpartale Depression tritt nach der Geburt auf. Viele Frauen leiden im Wochenbett an einer leichteren depressiven Verstimmung, doch meistens handelt es sich bei diesem "Baby Blues", im Gegensatz zur postpartalen Depression, um eine kurze Episode, die wahrscheinlich durch die vielfältigen hormonellen Umstellungen nach der Geburt ausgelöst wird.
Erst wenn die Symptome länger als zwei Wochen andauern, kommt eine depressive Erkrankung in Betracht.

Frauen und lebensmüde Gedanken
Im Gegensatz zur Depression kommt der Suizid bei Männern häufiger vor als bei Frauen. So betrug der Anteil der Männer an den 12 265 Suiziden, die 1997 in Deutschland begangen wurden, 72,1 Prozent und der der Frauen 27,9 Prozent. Dieses Verhältnis findet man in allen europäischen Ländern. Frauen begehen aber mehr Suizidversuche als Männer, meist versuchen sie, sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben zu nehmen. Suizidversuche werden zwar nicht offiziell erfasst, es gibt aber Schätzungen, denen zufolge über 60 Prozent der Suizidversuche von Frauen verübt werden.
 

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