Forschung
aktuell
|
Modernes Zentrum für die Hirnforschung Uni Tübingen und Hertie-Stiftung schließen Vertrag STUTTGART (ars). In Tübingen soll das größte und modernste Zentrum für Neurologie in Deutschland entstehen. Es setzt sich zusammen aus der Neurologischen Universitätsklinik und dem Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, das jetzt in Stuttgart gegründet worden ist. 43 Millionen DM stellt die Hertie-Stiftung dafür in den kommenden zehn Jahren zur Verfügung. Der Vertrag dazu ist jetzt von der Hertie-Stiftung und der Universität Tübingen in Stuttgart unterzeichnet worden. Aus dem eigenen Budget zahlt die Universität jährlich viereinhalb Millionen DM für den Aufbau hinzu. Mit den Geldmitteln werden zusätzlich zu den bereits bestehenden Lehrstühlen Allgemeine Neurologie und Kognitive Neurologie zwei neue Lehrstühle eingerichtet. Die darauf berufenen C4-Professoren sollen einerseits über neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson und M. Alzheimer forschen, andererseits über zellbiologische Grundlagen neurologischer Erkrankungen, vor allem Zellalterung und Zelluntergang. Hinzu kommen sechs C3-Professuren sowie insgesamt 18 Stellen für wissenschaftliche und technische Mitarbeiter. Der Bau des neuen Gebäudes für die Laboratorien beginnt in den nächsten Monaten; Ende des Jahres 2003 soll er fertiggestellt sein. Die Hertie-Stiftung ist aus dem Verkauf von Anteilen an der Warenhaus-Gesellschaft hervorgegangen. Außer den Schwerpunkten Europäische Integration, Erziehung, Bildung und Soziales gehört sie zu den größten Förderern der Neurowissenschaften, vor allem der Multiplen Sklerose. "Hirnforschung wird eines der beherrschenden Themen des neuen Jahrhunderts", sagte Wissenschaftsminister Klaus von Trotha bei der Unterzeichnung in Stuttgart. Ziel der neuen Stiftung ist es, den Bedürfnissen einer stetig wachsenden Patientenzahl mit neurologischen Krankheiten in einer immer älteren Gesellschaft entgegenzukommen. Außerdem will das Hertie-Institut eine Alternative zur Ordinarienhierarchie an den deutschen Hochschulen erproben: eine moderne Departmentstruktur, die den einzelnen Lehrstuhlinhabern ein hohes Maß an Gleichberechtigung einräumt. So werden sie zum Beispiel gemeinsame Ressourcen besitzen, aber auch abteilungseigene Budgets. Die innovative Organisationsform soll gewährleisten, dass Prozesse effektiver als bisher ablaufen und Ergebnisse schneller umgesetzt werden. "Mit dem Hertie-Institut entsteht
eine Forschungseinheit, die weltweit eine Spitzenstellung einnehmen kann
und wird", so Professor Eberhard Schaich, Rektor der Universität.
|