zurück zur Homepage   Forschung aktuell


 
 

Nervöse haben ein schlechteres Immunsystem

Auch Stress kann nach einer Studie aus den USA die Immunantwort bei manchen Menschen reduzieren

PITTSBURGH (ug). Nicht nur Fitness und andere physische Komponenten, sondern auch Pesönlichkeitszüge beeinflussen das Immunsystem. Das haben Wissenschaftler der Universität in Pittsburgh im US-Saat Pennsylvania jetzt belegt.

84 gesunde Probanden haben eine Impfung gegen Hepatitis B bekommen. Fünf Monate nach der zweiten von drei Spritzen haben Dr. Anna L. Marsland vom Institut für Psychiatrie der Uni und ihre Kollegen ihnen Blut abgenommen. Außerdem haben sie Persönlichkeitstests gemacht (Health Psychology, 20, 2001, 4). Dabei ist es vor allem um einen Persönlichkeitszug gegangen, den die Wissenschaftler "neurotisch" nennen: Diese Menschen sind launisch, nervös und fühlen sich schnell gestresst. Frühere Studien haben gezeigt, dass solche neurotischen Menschen auch mehr unter Krankheiten leiden.

Die US-Forscher haben dann die Immunantwort auf die Impfung mit der jeweiligen Persönlichkeit in Bezug gesetzt. Das Ergebnis: Bei den neurotischen Probanden war die Antikörperrate geringer als bei den anderen.

Ob auch Stress das Immunsystem beeinflussen kann, haben die Forscher dann noch wissen wollen. Dazu haben die Probanden, 30 Minuten nachdem sie die dritte Impfung bekommen haben, vor laufender Video-Kamera eine kurze Rede halten müssen. Vor und nach dieser Stress-Situationen ist ihnen wieder Blut abgenommen worden. Und wieder konnten die Forscher zeigen, dass Stress die Immun-Antwort unterdrücken kann, und zwar bei denen, die als Neurotiker klassifiziert worden waren. Möglicherweise wirke Stress über den Hormonstoffwechsel direkt auf das Immunsystem, meinen die Forscher.

"Diese Studie zeigt erstmals, dass individuelle Unterschiede, wie auf Stress reagiert wird, die Immunfunktion beeinflusst, und dass das klinisch signifikant sein kann", sagt Marsland zu ihren Ergebnissen.
 

zurück zur Homepage