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Durch den Alterungsprozess allein lässt das Gedächtnis nicht nach

Altwerden bringt nicht automatisch eine nachlassende Gedächtnisleistung mit sich. Wenn sich ein älterer Mensch manche Dinge nicht mehr so gut merken kann, ist ein in seiner Funktion beeinträchtigter Frontallappen schuld. Er ist zuständig für das so genannte Quellengedächtnis, das
Informationen in einen breiteren Zusammenhang stellt. Diese Gehirnregion kann durchaus bis ins hohe Alter reibungslos arbeiten, so dass gesunde ältere Menschen kaum Einbußen in ihrer Gedächtnisleistung haben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Wissenschaftlern der University of Arizona. Die Studie ist im Journal of Experimental Psychology – Learning, Memory, and Cognition erschienen.
 
 

Mit jeweils etwa 30 älteren Versuchspersonen (ab 65 Jahre) und etwa 30 jüngeren Versuchspersonen (Studenten) haben Elizabeth L. Gliskyund ihre Kollegen vier neuropsychologische  Experimente durchgeführt. Dabei testeten sie die Leistungsfähigkeit des Frontallappens sowie den Zusammenhang zwischen Frontallappen und dem Quellengedächtnis. Dieses ist zuständig für Erinnerungen im größeren Kontext. Wenn man sich etwa an eine bestimmte Tatsache erinnert, dann sorgt das Quellengedächtnis dafür, dass man noch weiß, woher und wann man von dem Sachverhalt erfahren hat. 

Die Experimente zeigten, dass diejenigen, die die besten Ergebnisse im Frontallappen aufwiesen, gleichzeitig auch die waren, deren Quellengedächtnis nicht beeinträchtigt war. Umgekehrt hatten diejenigen mit unterdurchschnittlichen Frontallappen-Testergebnissen Schwierigkeiten mit dem Quellengedächtnis. "Je besser also jemandes Frontallappen-Funktion ist, desto besser ist auch sein Quellengedächtnis", fasst Glisky zusammen. Unbekannt ist jedoch noch, wie hoch der Prozentsatz an älteren Menschen ist, die einen Verfall der Funktion des Frontallappens erleben und wann dieser Verfallsprozess einsetzt.

Als die Forscher die Versuchspersonen aufforderten, bestimmte Fakten, die sie sich gemerkt hatten, in einem größeren Kontext
zu sehen, verschwand der Altersunterschied in der Gedächtnisleistung zwischen den jüngeren und den älteren Versuchsterilnehmern völlig. "Es scheint für ältere Erwachsene wichtig zu sein, verschiedene Aspekte einer Erfahrung zusammenzuhalten, um sie dann als Ganzes erinnern zukönnen", erklärt Glisky. "Zum Beispiel ist es nicht genug, sich an den eigenen Wagen zu erinnern und daran, dass man ihn im Parkhaus beim Einkaufszentrum abgestellt hat. Man muss auch noch eine Verbindung vom eigenen Wagen zum Stellplatz im Parkhaus herstellen. Ältere Menschen unternehmen möglicherweise ganz besondere Anstrengungen, um solche Verbindungen herzustellen, damit sie später die Informationen besser abrufen können."
 

Quelle: bild der wissenschaft

 

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