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| Ärzte Zeitung, 14.01.2003
Ein janusköpfiges
Protein gibt der inneren Uhr den Takt vor
Das zirkadiane System steuert
Körpertemperatur, Blutdruck und Hormonhaushalt. Ein Forscherehepaar
der Purdue Universität in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana
hat jetzt herausgefunden, daß die biologische Uhr im Körper
des Menschen durch ein einzelnes Protein kontrolliert wird.
Für diese zelluläre Feinabstimmung ist, so die US-Wissenschaftler, ein einzelnes Proteinmolekül in Zylinderform verantwortlich, das sowohl die Wachstums- als auch die Pausenphasen kontrolliert. "Wir haben ein janusköpfiges Protein mit zwei unterschiedlichen Gesichtern", sagt dazu Professor James Morré. Um sicherzustellen, daß
das noch immer namenlose Protein wirklich beide Phasen steuert, hatten
die beiden Wissenschaftler die entsprechenden Gene isoliert. Dann klonten
sie das Protein und veränderten es so, daß es unterschiedliche
Periodenlängen in den Zellen induzierte. "Wir konnten so die Perioden
auf 22 bis zu 42 Minuten verändern", erzählt Morré.
Die Theorie des Ehepaars zur inneren Uhr ist umstritten. Erst kürzlich wurde etwa von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Experimentelle Endokrinologie in Hamburg ein reiskornkleiner Nervenkern im Zwischenhirn als das zentrale Uhrwerk im Organismus identifiziert (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Danach funktioniert das Uhr-Gen-Period
wie eine Wasseruhr: Kontinuierlich setzen die Zellen die Geninformation
in Protein um, bis sie überlaufen. Dann blockieren die Proteine sich
selbst und werden abgebaut - ein Kreislauf, der unter normalen Lichtverhältnissen
24 Stunden dauert.
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