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Zeitung, 10.06.2003
Lithium schützt bei Bipolarstörungen vor Suizid Suizidrate
wird um Faktor fünf reduziert
MÜNCHEN (wst). Nicht nur Depressive, sondern auch Patienten mit anderen psychiatrischen Störungen haben ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko. Dies sollte bei der Wahl eines Psychopharmakons berücksichtigt werden. Bei Patienten mit affektiven Störungen wirkt Lithium gut antisuizidal, bei Schizophrenie hat Clozapin offenbar eine Suizid-verhindernde Wirkung. Die
Suizid-Lebenszeitprävalenz in westlichen Industrienationen liegt bei
etwa 0,7 Prozent, hat Privatdozent Dr. Michael Bauer von der Berliner Charité
auf einem US-Psychiatriekongreß in San Francisco berichtet. Bei Personen
mit Alkoholmißbrauch ist diese Prävalenz um den Faktor 6, bei
Persönlichkeitsstörungen um den Faktor 7, bei Schizophrenen um
den Faktor 8,5 und bei Patienten mit unipolaren Depressionen um den Faktor
20 erhöht, sagte Bauer auf einer Fortbildungsveranstaltung des Unternehmens
GlaxoSmithKline, die in neun deutsche Städte übertragen worden
ist. Das höchste Suizidrisiko haben jedoch bipolar erkrankte Patienten.
Es ist 22 mal so hoch wie bei Gesunden, so Bauer.
Bei
Schizophrenen wiederum sei die Behandlung mit Clozapin gut geeignet, um
Suizidversuche zu verhindern, hieß es auf der Veranstaltung.
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