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Ärzte Zeitung, 04.02.2002
 
Manisch-Depressive: Tips zur Therapietreue
Kollegen warnten bei Telefonaktion der "Ärzte Zeitung" vor schweren Folgen eines Therapie-Abbruchs

NEU-ISENBURG (mut). "Mir geht es wieder gut, kann ich jetzt meine Medikamente absetzen?" Wenn Ärzte solche Fragen von manisch-depressiven Patienten hören, hilft oft nur, sie drastisch auf die Folgen eines Therapie-Abbruchs hinzuweisen.

Ist bei bipolar Erkrankten ein Depression zu Ende oder sind sie leicht manisch, kommt häufig der Wunsch, Stimmungs-stabilisierende Medikamente abzusetzen. Dann sollten die Patienten daran erinnert werden, daß sie ein chronische Erkrankung haben und vermutlich lebenslang Medikamente benötigen. Dies haben drei Experten während unserer Telefonaktion "Bipolare Störungen in der Hausarztpraxis" berichtet.

"Man kann den Patienten sagen, daß ohne die dauerhafte Behandlung ein Rückfall extrem wahrscheinlich ist und daß sie es selbst in der Hand haben, über ihrer Krankheit zu bestimmen, indem sie die Therapie akzeptieren", rät Dr. Jens Langosch aus Freiburg. Werden Stimmungs-Stabilisierer abgesetzt, kann es auch passieren, daß sie bei einem erneuten Therapieversuch kaum noch wirken, so Langosch. Ein anders Problem: Beenden Suizid-gefährdete Patienten eine Therapie mit Lithium, steigt das Selbstmordrisiko bis auf das Achtfache, sagte Privatdozent Dr. Andreas Erfurth aus Münster.
Oft hilft es auch, denn Patienten zu erklären, daß ihre Krankheit auf einer Stoffwechselstörung im Gehirn beruht, so Professor Jörg Walden aus Freiburg.
 
 

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