Forschung
aktuell
MÜNCHEN (wst). Möglicherweise haben Wachkoma-Patienten Depressionen mit seelischen Höllenqualen, ohne daß sie sich aktuell mitteilen oder später daran erinnern können.
Dies hält der niedergelassene
Psychiater Privatdozent Albert Zacher aus Regensburg für möglich.
Zacher stützt sich dabei auf Beobachtungen, wonach Wachkoma-Patienten
oft eine ähnliche Mimik wie stark depressive Patienten haben.
Bislang gebe es aber keine
Möglichkeit, Depressionen bei solchen Patienten eindeutig zu erkennen,
sagte Zacher bei einer vom Unternehmen Hexal unterstützten Veranstaltung
in München. So sind beispielsweise keine typischen EEG-Muster bekannt,
die einen seelisch leidenden Wachkoma-Patienten identifizieren könnten.
Methoden, Depressionen bei
Wachkoma-Patienten zu diagnostizieren, müßten noch entwickelt
werden. Es sei daher zu überlegen, ob nicht schon auf Verdacht eine
Behandlung der Patienten mit Antidepressiva gerechtfertigt ist, sagte der
Psychiater aus Regensburg.