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Ärzte Zeitung, 18.07.2003
 
Forscher identifizieren ein Depressions-Gen

WASHINGTON (dpa). Wie ein Mensch schwere Zeiten in seinem Leben meistert, hängt entscheidend von den Varianten eines bestimmten Gens ab. Nach dem Tod eines Familienmitglieds, Scheidung oder Kündigung fallen Menschen mit der kurzen Variante des Gens wesentlich eher in Depressionen als Menschen mit der längeren Version. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift "Science" (301, 2003, 386). 

Das Gen für den Serotonin-Transporter (5-HTT) ist wichtig für die Signalvermittlung zwischen den Nervenzellen im Hirn. Menschen, die von beiden Eltern die kurze Variante des Gens geerbt hatten, bekamen in schweren Zeiten 2,5mal eher Depressionen als solche, die ausschließlich die lange Variante hatten.

Markus Imhof, Arzt


Was ist Serotonin?

Das Amin Serotonin kommt als Hormon in der Gehirnregion vor. Es vermittelt eine Verengung der Blutgefäße. Außerdem steuert Serotonin beim Menschen den Gemütszustand, Schlafrhythmus, Sexualtrieb und die Temperatur im Körper.

In welchen Fällen wird der Serotonin-Wert bestimmt?
Der Arzt wird den Serotonin-Spiegel bestimmen, wenn der Verdacht auf einen Karzinoid-Tumor besteht. Die Symptome dieses Krebsleidens sind vermehrte Körperröte, starke Bauchschmerzen, Magenentzündungen mit Durchfällen und plötzlich einsetzende Atemnotanfälle.

Woraus wird der Serotonin-Wert bestimmt?
Serotonin wird aus dem Urin und den Blutplättchen bestimmt. Die Werte schwanken abhängig von der Tageszeit erheblich.

In welchen Fällen ist der Serotonin-Wert zu niedrig?
Eine zu geringe Serotonin-Menge ist festzustellen bei Migräne, Angstzuständen, Depressionen und gesteigerter Schmerzempfindlichkeit.

In welchen Fällen ist der Serotonin-Wert zu hoch?
Beim Karzinoid-Tumor werden erheblich gesteigerte Werte gemessen. Auch Menschen, die sich ausschließlich vegetarisch ernähren, haben einen erhöhten Serotonin-Spiegel im Blut. Eine Erhöhung des Serotonin-Wertes scheinen neben anderen Gemüsen und Früchten besonders Bananen, Walnüsse, Tomaten, Ananas, Melonen, Auberginen und Kiwis zu bewirken.

Redaktion Dr. med. Katharina Larisch
 
 

 

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