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Ärzte Zeitung
 
SSRI seit fünf Jahren in Deutschland bewährt

Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer auch zur Prophylaxe bei Depression / Potentielle Indikationen bei Schmerz, Phobie
WEIMAR (hsr). Bei depressiven Patienten haben sich moderne Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Sertralin sowohl in der Akut- als auch in der Langzeittherapie "überzeugend bewährt". Dieses Resümee zieht Professor Stephan Volk aus fünf Jahren Therapieerfahrung mit dieser Substanz in Deutschland. Für die Zukunft erwartet der Psychiater eine Erweiterung des Indikationsfeldes der SSRI.

Die schnelle, bereits nach einer Woche einsetzende antidepressive Wirkung mit Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten der Patienten und die gute Verträglichkeit von Sertralin (Zoloft®) sind nach Angaben von Volk in vielen Studien und Vergleichen mit anderen Antidepressiva, auch solchen der gleichen Substanzklasse, nachgewiesen worden.
"Die SSRI sind seit ihrer Einführung - international vor zehn und in Deutschland vor fünf Jahren - aus dem Repertoire an Psychopharmaka bei depressiven Störungen nicht mehr wegzudenken", sagte Volk auf der Jubiläums-Veranstaltung "Fünf Jahre Zoloft®" in Weimar. Der ärztliche Direktor der Fachklinik Hofheim am Taunus hat an die Indikationsschwerpunkte der SSRI erinnert.

Diese sind:

  • · alle Schweregrade der Depression, 
  • · Depression mit deutlicher Angstkomponente, 
  • · Altersdepression, 
  • · Depression bei bipolarer Störung, 
  • · Depression bei somatischen Erkrankungen und 
  • · Depression bei schizophrenen Störungen
Wie der Psychiater auf der Veranstaltung des Unternehmens Pfizer betont hat, beschränken sich die Therapiemöglichkeiten der SSRI allerdings nicht nur auf Patienten mit akuten depressiven Erkrankungen. Denn in mehreren Studien ist die Wirksamkeit dieser Substanzklasse bei der Rezidivprophylaxe bei monopolaren Depressionen belegt worden. Ebenfalls als gut wirksam haben sich SSRI außerdem bei Panik-, Zwangs- und posttraumatischen Belastungsstörungen erwiesen, sagte Volk.
Potentielle weitere Indikationen für SSRI in Deutschland sieht Volk etwa im prämenstruellen Dysphorie-Syndrom, in der sozialen Phobie und bei chronischen Schmerzen.

Als besonderen Vorteil moderner SSRI wie Sertralin hob Volk hervor, daß sich diese Substanzen erfolgreich zur antidepressiven Therapie bei schwerer Grunderkrankung wie KHK eignen. Gerade Myokardinfarkt-Patienten profitierten bekanntlich von dieser gut verträglichen Behandlungsoption zur Infarktprophylaxe: Denn SSRI gelten wegen ihres geringen Interaktionspotentials mit anderen Arzneien auch in hohen Dosierungen als kardial wenig bedenklich.
In diesem Zusammenhang beklagte Volk Defizite in der Behandlung depressiv Erkrankter, die nur bei einem Viertel der Patienten adäquat sei. Da die Depression wahrscheinlich einen unabhängigen kardialen Risikofaktor darstelle, wünscht sich der Psychiater künftig "mehr psychiatrisches Know-how in kardiologischen und mehr internistisches Know-how in psychiatrischen Abteilungen".
 
 

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