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Ärzte Zeitung
 
Zwei Wirkstoffe durchbrechen zusammen die Depressionen

Paroxetin plus Risperidon bei Therapieresistenz

MANNHEIM (hsr). Patienten mit immer wiederkehrenden depressiven Episoden, die über Jahre auf Antidepressiva nicht oder nur unzureichend angesprochen haben, kann die Kombination aus Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und atypischem Neuroleptikum schon in wenigen Tagen helfen.
Darauf machen Privatdozent Johannes Thome und seine Mitarbeiter vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim aufmerksam. Die Psychiater berichten über eine ältere Patientin mit seit zehn Jahren rezidivierenden depressiven Schüben, die sich trotz ambulanter nervenärztlicher Betreuung zunehmend innerlich leer sowie traurig fühlte und schließlich stationär behandelt werden mußte (Psychiat Prax 28, 2001, 405).
Zunächst erhielt die 71jährige erstmalig 20, dann 30 mg des SSRI Paroxetin und wegen der Angstsymptomatik bis zu 1,5 mg Lorazepam. Weil sich die Symptomatik auch hierdurch nicht verbesserte, wurde nach drei Wochen zur SSRI-Augmentation zusätzlich 1 mg des atypischen Neuroleptikums Risperidon gegeben. Dieses Vorgehen werde bei Verstimmungszuständen mit und ohne psychotische Symptome zunehmend praktiziert.
Das Ergebnis: Nur drei Tage später - "überraschend schnell", so die Psychiater - hellte die Stimmung der Patientin deutlich auf. Sie war erheblich aktiver als zuvor, Konzentrationsstörungen und Denkverlangsamung verschwanden. Unter Beibehaltung dieser Therapie wurde die Frau in stabilem Zustand nach Hause entlassen.
 

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