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                      Ärzte Zeitung, 11.10.2001
 
 

                      Uniklinik hilft Hausärzten bei Diagnose und Therapie

                      Psychische Probleme bleiben vielfach verborgen /  Psychiatrische Uniklinik Münster bietet Kooperation
                      und Seminare an

                      MÜNSTER (akr). Die psychiatrische Universitätsklinik Münster will intensiver mit Hausärzten zusammenarbeiten.
                      Der Grund: Fast ein Drittel der Patienten in den Wartezimmern der Mediziner hat psychische Probleme - aber sie
                      bleiben den Hausärzten offenbar vielfach verborgen.

                      Zu den häufigsten unerkannten Störungen gehören leichte bis mittelschwere Depressionen, Angsterkrankungen und
                      körperliche Symptome ohne organische Ursache. "In den vergangenen Jahrzehnten hat sich viel getan", berichtet
                      Klinikdirektor Professor Volker Arolt. Früher seien Hausärzte nur bei etwa einem Fünftel der Patienten auf die
                      Krankheiten aufmerksam geworden. Heute entdeckten die Mediziner bei knapp der Hälfte der Patienten die Störungen.

                      Betroffene Patienten reden aus Scham oft nicht über Symptome wie Angstzustände, Lust- und Schwunglosigkeit oder
                      anhaltende gedrückte Stimmung. "Häufig können Hausärzte nicht auf solche Probleme eingehen, weil sie zu wenig Zeit
                      haben", sagt Arolt. Deshalb sei es sinnvoll, auffällige Patienten in ruhigere Sprechstundenzeiten einzubestellen.
                      "Manche Ärzte fragen auch nicht, weil sie therapeutisch unsicher wären, wenn sie tatsächlich eine psychische Störung
                      feststellen", vermutet der Klinikdirektor. Die Experten der psychiatrischen Universitätsklinik bieten deshalb
                      Niedergelassenen ihre Hilfe bei Diagnose und Therapie an. Doch Hausärzte hätten oft Hemmungen, sich direkt an
                      Universitätskliniken zu wenden, berichtet er. "Viele Hausärzte haben den falschen Eindruck, dass sich die Universitäten
                      nicht für ihre Probleme interessieren", sagt Arolt.

                      Mit dem Projekt sollen nicht nur die Schranken zwischen Niedergelassenen und Klinik abgebaut werden. Sein Haus
                      bietet als Ergänzung zum Angebot der niedergelassenen Nervenärzte auch Spezialsprechstunden für Patienten an, die
                      ambulant behandelt werden. Dazu veranstaltet die Klinik Weiterbildungen, die von den Niedergelassenen rege besucht
                      werden. So entstehen Kontakte zu den behandelnden Ärzten.

                      Denn das Wichtigste sei das direkte Gespräch über einen Patienten", so Arolt.
 

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