Ärzte Zeitung, 03.06.2003
Sildenafil stärkt die Potenz unter Antidepressiva
ALBUQUERQUE (ner). Patienten mit Antidepressiva-assoziierter
erektiler Dysfunktion hilft Sildenafil. Dies führe unter Umständen
zu einer verbesserten Compliance bei der Einnahme von Antidepressiva, meinen
US-Psychiater. In einer Studie konnten die Wissenschaftler jedem zweiten
depressivem Mann, der mit einem Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI) behandelt
wurde, mit Sildenafil wieder zu einem befriedigenden Sexualleben verhelfen.
Nur ein Drittel der Patienten mit Depressionen nimmt
regelmäßig seine Medikamente ein, vor allem auch wegen unerwünschter
Wirkungen der Medikamente wie Sexualstörungen. Das haben Dr. H. George
Nurnberg von der University of New Mexico in Albuquerque im US-Staat New
Mexico und seine Kollegen berichtet (JAMA 289, 2003, 56).
Die US-Wissenschaftler hatten insgesamt 90 mit SRI behandelte
Männer mit Major-Depression und erektiler Dysfunktion in einer randomisierten
Parallelgruppen-Studie behandelt. Die Patienten bekamen entweder sechs
Wochen 50 bis 100 mg Sildenafil oder Placebo. Die Qualität des Sexuallebens
wurde mit verschiedenen Scores bewertet, etwa der Clinical Global Impression-Sexual
Function (CGI-SF) -Score.
In der Verum-Gruppe verbesserte sich bei knapp 55 Prozent
der Patienten das Sexualleben deutlich im Vergleich zu vier Prozent in
der Placebo-Gruppe. Die Verbesserung betraf sowohl die erektile Dysfunktion
als auch die Orgasmus-Fähigkeit und andere Komponenten des Sexuallebens.
Die Studie wurde von dem Unternehmen Pfizer unterstützt,
das Sildenafil als Viagra® anbietet.
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