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| bdw 16.06.2003 - Psychologie
An der Erkrankung manisch-depressiver Patienten beteiligtes Gen identifiziert Defektes Gen bewirkt übermäßige
Empfindlichkeit für GlückshormonAmerikanische Forscher haben
ein Gen identifiziert, das mit der Erkrankung manisch-depressiver Patienten
in Zusammenhang steht. Eine Mutation in diesem Gen macht den Erkrankten
übermäßig empfindlich für Veränderungen im Spiegel
des Glückshormons Dopamin. Dadurch kommen die extremen Gefühlsschwankungen
zustande. Das berichten die Wissenschaftler von der Universität in
San Diego in der Fachzeitschrift "Molecular Psychiatry" (Ausgabe vom 16.
Juni).Die Forscher untersuchten DNA-Proben von mehr als 400 Familien, in
denen die Krankheit auftrat. Dabei fanden sie eine Mutation, die bei Patienten
mit dieser so genannten bipolaren Störung dreimal häufiger vorkam
als bei gesunden Menschen. Die Mutation liegt in der Kontrollregion zum
An- oder Abschalten eines Gens für ein so genanntes G-Protein. Dieses
G-Protein kontrolliert die Aktivierung von Dopamin-Andockstellen im Gehirn.
Die Mutation ist bei etwa zehn Prozent der Patienten für die manisch-depressiven
Gefühlsschwankungen verantwortlich. Ärzte vermuten, dass ein
Drittel oder sogar die Hälfte der weltweit von der Krankheit Betroffenen
kaum von existierenden Therapien profitiert. Allein in Deutschland gibt
es laut einer Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare
Störungen bis zu vier Millionen Patienten. Der Mangel an molekularen
Zielen für Medikamente sei die größte Schwierigkeit bei
der Behandlung der psychischen Erkrankung, meint Studienleiter John Kelsoe.
Das identifizierte Gen könnte künftig einen neuen Ansatzpunkt
zur Bekämpfung der Krankheit bieten. ddp/bdw – Christine Harbig
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