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| bdw 19.06.2003 - Medizin
Augenbewegungen sollen psychische Krankheiten verraten
Amerikanische Wissenschaftler wollen auf der Basis dieser
Abweichungen einen Test zur frühen Diagnose geistiger Störungen
wie Schizophrenie, bipolarer Störung, Autismus oder Depression entwickeln.
Der Test soll außerdem die Effizienz der Behandlung überwachen,
berichtet die Universität von Illinois. Eine fehlerhafte Augenkontrolle
kann entstehen, wenn es in einer dafür kritischen Entwicklungsperiode
des Gehirns im Alter von 8 bis 15 Jahren zu Störungen kommt. Dabei
können auch psychische Krankheiten eine Rolle spielen, die in dieser
Zeit den Reifungsprozess des Gehirns beeinflussen. Somit wollen die Forscher
um John Sweeney vom Zentrum für Kognitive Medizin der Universität
von Illinois psychische Krankheiten über das Lösen verschiedener
visueller Aufgaben nun nach außen hin sichtbar machen. In dem Test
sitzen die Teilnehmer mit Infrarotbrillen 90 Minuten lang in einem dunklen
Raum. Während die Patienten beispielsweise einen umherspringenden
Lichtpunkt fixieren oder seinen langsamen Bewegungen folgen, misst ein
mit den Brillen verbundener Computer präzise die kleinsten Augenbewegungen.
Außerdem bestimmen die Wissenschaftler mit einem Magnetresonanzscanner
in einem ähnlichen Versuch, welche Gehirnregion für welche Augenbewegung
verantwortlich ist. Mithilfe seines Tests hofft Sweeney, in Zukunft Risikopatienten
frühzeitig erkennen zu können. So wäre es vielleicht möglich,
auch den Ausbruch der Krankheit bei manchen Betroffenen zu verhindern.ddp/bdw
– Christine Harbig
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