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Ärzte Zeitung, 10.04.2003
 
Antidepressivum hält auch Angst sehr gut in Schach

MÜNCHEN (sto). Der therapeutische Nutzen von Opipramol bei generalisierten Angststörungen sowie bei somatoformen Störungen ist jetzt in zwei neuen Studien belegt worden. Privatdozent Dr. Hans-Peter Volz aus Werneck hat die Ergebnisse bei einem Kongreß in München vorgestellt.
Jeweils etwa 100 ambulante Patienten mit generalisierter Angststörung erhielten vier Wochen lang Opipramol, das Benzodiazepin Alprazolam oder Placebo. Mit Opipramol gab es eine ähnliche Verminderung der Angstsymptomatik wie bei Alprazolam, berichtete Volz bei einem Symposium des Unternehmens Novartis.
In einer zweiten Studie wurde Opipramol bei 200 Patienten mit somatoformen Störungen über sechs Wochen gegen Placebo getestet. Hauptzielkriterium war der Summenwert der Hamilton-Angstskala. Opipramol war statistisch signifikant wirksamer als Placebo, sagte Volz. Opipramol (Insidon®), das seit mehr als 40 Jahren auf dem Markt ist, wird ab Juli auch als flüssige Applikation erhältlich sein, was eine Feindosierung in Kleinstschritten zu 4 mg erlaube und vor allem die Behandlung von älteren und empfindlichen Patienten erleichtern soll, hieß es.
Patienten mit einer Angststörung haben oft zugleich eine depressive Störung, sagte Dr. Reinhard Boerner aus der Psychiatrischen Universitätsklinik München. Und umgekehrt haben Patienten mit einer Depression oft auch klinisch relevante Angstsymptome. Zudem bestehe eine deutliche Komorbidität von Angststörungen mit internistischen Erkrankungen. Und auch im höheren Lebensalter seien generalisierte Angststörungen relevant, wenngleich ihre klinische Bedeutung bislang noch deutlich unterschätzt werde, sagte Boerner.
 
 
 

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