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| Ärzte Zeitung, 21.03.2002
Antidepressivum gibt es jetzt auch zur Infusion Neue Form des selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers ist zur Initialtherapie bei schlechter Compliance gedacht MÜNCHEN (wst). Erstmals steht jetzt in Deutschland ein intravenös infundierbarer selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zur Verfügung. Cipramil® i.v. mit dem Wirkstoff Citalopram ist vor allem für Patienten mit Depressionen gedacht, die eine schlechte initiale Compliance erwarten lassen. Ist bei Patienten mit Depressionen die Compliance fraglich, empfiehlt Professor Gerd Laux vom Bezirksklinikum Gabersee aus Wasserburg am Inn zunächst über acht bis zehn Tage tägliche Infusionen mit Citalopram. Danach könne problemlos auf die gleiche Dosis oral umgestellt werden. Laux berichtete über eine Studie, in der 254 Patienten über 42 Tage täglich mit 40 Milligramm Citalopram behandelt wurden. Eine Hälfte der Patienten bekam das Mittel in den ersten acht Tagen infundiert, und die Patienten erhielten außerdem Placebo-Tabletten. Die anderen Patienten bekamen in dieser Zeit eine Placebo-Infusion und das Mittel oral. Ab dem neunten Tag bekamen dann alle ausschließlich das orale Verumpräparat. In der Gruppe mit den initialen Veruminfusionen hatten 77 Prozent ein befriedigendes Therapieergebnis gehabt, sagte Laux bei einem Pressegespräch des Unternehmens Lundbeck in München. In der Gruppe mit ausschließlich oraler Therapie waren dies nur 65 Prozent. 22 Prozent der oral behandelten Patienten
aber nur neun Prozent der Infusions-Patienten hätten die Studie vorzeitig
abgebrochen. Citalopram sei i.v. im Vergleich zu oral noch besser verträglich,
wahrscheinlich bedingt durch die Umgehung des Gastrointestinaltraktes und
den Wegfall lokaler serotonerger Effekte, sagte Laux. Die im Vergleich
bessere Wirksamkeit der Infusion sei möglicherweise auf die Vermeidung
des First-pass-Effektes der Leber zurückzuführen, aber auch auf
die besonders intensive Zuwendung von Pflegekräften bei Infusionen.
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