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Depressionen: Verhaltenstherapie
wirkt im Gehirn anders als Medikamente
Therapie dämpft
Stoffwechsel in Arealen bewussten Denkens, Medikamente steigern ihn dagegen
Das Gehirn depressiver Patienten spricht auf verschiedene Therapien unterschiedlich an. Mit einer Verhaltenstherapie behandelte Patienten zeigen andere Hirnmuster als mit Medikamenten therapierte. Das ergab eine Studie kanadischer Forscher. Die Erkenntnis könnte Ärzten mehr Verständnis bringen, warum eine Therapieform bei manchen Patienten wirkt und bei anderen nicht, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry" (Januarausgabe).
Antidepressiva ändern das chemische Gleichgewicht im Gehirn und beeinflussen damit zugrundeliegende chemische Prozesse in Gehirnregionen, in denen tief liegende emotionale Prozesse ablaufen und verändern so das bewusste Denken. Dagegen greift eine Verhaltenstherapie in diesen Kreislauf von der entgegengesetzten Seite ein: Die Patienten lernen, das bewusste Denken zu verändern, um negative Gedanken zu verringern. Dadurch werden im Idealfall tiefer liegende Hirnfunktionen verändert.
In ihrer Studie konnten Helen Meyberg von der Universität Toronto und ihre Kollegen zeigen, dass die beiden Ansätze sich auch tatsächlich in unterschiedlichen Hirnmustern äußern. Sie untersuchten mit einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die Gehirnaktivität 14 depressiver Patienten, welche mithilfe einer Verhaltenstherapie behandelt worden waren.
Die Verhaltenstherapie beeinflusst
zwar viele Hirnareale, die auch durch eine Medikamententherapie verändert
werden, jedoch genau entgegengesetzt. Antidepressiva setzen den Blutfluss
in tiefliegenden Regionen herab, in denen emotionale Prozesse ablaufen
und regen ihn in Regionen an, in denen das bewusste Denken abläuft.
Bei den Patienten nach einer Verhaltenstherapie ist dagegen der Stoffwechsel
in den Arealen bewussten Denkens gedämpft und der in emotionalen Arealen
gesteigert. Ein Hirnscan könnte künftig möglicherweise entscheidende
Hinweise für die optimale Behandlung liefern, vermuten die Forscher.
So könnten Ärzte bereits im Vorfeld absehen, welche Patienten
auf welche Therapie besser ansprechen.ddp/bdw – Cornelia Pfaff