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Ärzte Zeitung, 02.10.2003
 
Bei leichter Depression hilft ein Mix aus Phytos
Präparat mit Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume hat sich in Studie bewährt

HAMBURG (ku). Ein Phytotherapeutikum mit Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume ist bei leichten Depressionen wirksam und gut verträglich. Es verbessert Schlaf sowie Lebensqualität und wirkt sich günstig auf Angstzustände aus, wie eine placebokontrollierte Studie ergeben hat.
Als pflanzliches Antidepressivum habe sich Johanniskraut in mehr als 40 klinischen Studien bei leichten bis mittelschweren Depressionen als ähnlich wirksam wie synthetische Antidepressiva erwiesen, sagte Professor Volker Faust von der Uni Ulm.

Das Phytotherapeutikum Neurapas® balance, das außer Johanniskraut als beruhigende und angstlösende Komponenten Baldrian und Passionsblume enthält, schließe eine therapeutische Lücke, so Faust bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pascoe. Denn synthetische Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine seien zur Therapie von Depressiven wegen der Suchtgefahr verpönt.
Professor Gerard P. McGregor von der Universität Marburg erläuterte die Wirkmechanismen der pflanzlichen Kombination. Im Zentrum stehen die Neurotransmitter Serotonin und GABA. Depressive Patienten haben nicht nur einen Mangel an Serotonin, sondern auch zu niedrige GABA-Spiegel im Gehirn.

Die Serotonin-Neurotransmission wird durch das Johanniskraut gefördert, Baldrianwurzel-Extrakt aktiviert direkt die GABA-Neurotransmission und wirkt anxiolytisch, so McGregor. Die Passionsblume wirkt sedativ und anxiolytisch und fördert die Wirkungen der beiden anderen Inhaltsstoffe.
Neurapas® balance mit 360 mg Trockenextrakt aus Johanniskraut, 192 mg Trockenextrakt aus Passionsblumenkraut und 168 mg Trockenextrakt aus Baldrianwurzel pro Tagesdosis (dreimal zwei Tabletten) wurde in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie bei 67 Patienten mit leichten Depressionen sechs Wochen lang geprüft.

Wie Dr. Andrea Wartenberg-Demand, Leiterin Klinische Forschung bei der Pharma-Forschung GmbH in Gießen berichtete, führte die Behandlung zu einer signifikanten Linderung der anhand der Hamilton-Depressionsskala ermittelten Symptome. Schlaf und Lebensqualität wurden besser, Angstzustände nahmen ab.
 
 

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